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Energy Check · Landkreis Augsburg · Oktober 2026

Mehrfamilienhaus der 1960er mit acht Parteien: Mieterstrom trägt, Volleinspeisung nicht

Ein vermietetes Haus mit acht Wohnungen, Satteldach, Gasheizung. Die Frage des Eigentümers: Lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage, und wenn ja, mit welchem Modell?

Wohneinheiten
8
Anlage
ca. 30 kWp
Baujahr
1960er
Heizung
Gas
Nutzung
vermietet
Eigentümer
privat

Ausgangslage

  • Satteldach in gutem Zustand, die letzte Sanierung liegt rund 35 Jahre zurück.
  • Stromverbrauch im Haus rund 36.000 kWh im Jahr, davon rund 2.000 kWh Allgemeinstrom.
  • Laut Eigentümer würden alle acht Parteien am Mieterstrom teilnehmen.
  • Dachpotenzial rund 60 kWp; gerechnet mit rund 30 kWp nach Vorgabe des Eigentümers.

Ergebnis

Alle drei Modelle sind mit derselben Anlage gerechnet, jeweils mit günstigen, mittleren und ungünstigen Kosten. Nur Mieterstrom bleibt auch bei ungünstigen Kosten wirtschaftlich; die Investition amortisiert sich bei mittleren Kosten nach rund elf Jahren.

Drei Modelle, gleiche Anlage, drei Kostenszenarien

Einspeisung: Ampel rot

nicht wirtschaftlich

Mieterstrom: Ampel grün

wirtschaftlich

GGV: Ampel gelb

Angebote entscheiden

≈ 21.000 €Kapitalwert über 20 Jahre, Spanne 12.000 bis 27.000 €
11 JahreAmortisation bei mittleren Kosten
≈ 100 €Vorteil je teilnehmendem Haushalt und Jahr
≈ 4.000 €mehr Kapitalwert mit 20-kWh-Speicher

Unsere Empfehlung

  1. Mieterstrom mit Grundpreis

    Der Grundpreis, den die Teilnehmenden zahlen, trägt das Ergebnis: Ohne ihn sänke der Kapitalwert bei mittleren Kosten auf rund 1.000 €.

    im Mieterstromvertrag

  2. Dach vor der Montage prüfen

    Die letzte Sanierung liegt lange zurück. Eine Dachsanierung nach der Montage ist deutlich teurer als davor.

    vor der Bestellung

  3. Speicher mitrechnen

    Ein Speicher mit 20 kWh erhöht den Kapitalwert um rund 4.000 € und den Anteil des Solarstroms im Haus von 37 auf 51 %.

    im Energiekonzept mit realen Angeboten

  4. Ladepunkte vorbereiten

    Die Leitungen für spätere Ladepunkte werden gleich mitgeplant; der Solarstrom steht dann auch für Elektroautos bereit.

    mit der Elektroplanung

Wovon wir abgeraten haben

Die Anlage voll einzuspeisen. In allen drei Kostenszenarien bleibt der Kapitalwert negativ, die Investition amortisiert sich in 20 Jahren nicht. Erst der Verbrauch im Haus macht die Anlage wirtschaftlich.

Was das für die Mieter heißt

Die teilnehmenden Haushalte zahlen für ihren Strom weniger als heute: zusammen rund 760 € im Jahr, etwa 100 € je Haushalt. Zusätzlich senkt der Solarstrom für den Allgemeinstrom die Nebenkosten aller Mieter um rund 200 € im Jahr.

Was das für vergleichbare Häuser heißt

Für kleinere Mehrfamilienhäuser mit sechs bis zehn Parteien ist Mieterstrom oft wirtschaftlicher als Volleinspeisung, wenn genug Haushalte teilnehmen und ein Grundpreis vereinbart wird. Die Anlagengröße sollte sich am Verbrauch im Haus orientieren, nicht an der maximalen Dachfläche: Hier erreicht eine Anlage um 30 kWp den höchsten Kapitalwert. Ob ein Speicher sich lohnt, zeigt erst die Viertelstundenrechnung mit dem Verbrauch des Hauses: hier ja, weil er den Anteil des Solarstroms im Haus deutlich erhöht.

Bearbeitet von Markus Fürst, dena-gelisteter Energieeffizienz-Experte
Veröffentlicht mit Zustimmung des Eigentümers

Dieselbe Analyse für mein Objekt

Auszug aus einem Energy Check vom Oktober 2026. Viertelstundensimulation mit Standardlastprofilen auf Basis der Eigentümerangaben; gerechnet nach dem Regierungsentwurf zum EEG 2027 mit Inbetriebnahme 2027. Keine Förderzusage. Beträge gerundet.

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