- Wohneinheiten
- 24
- Gebäude
- mehrere Häuser
- Baujahr
- 1960er
- Anlage
- ca. 90 kWp
- Heizung
- Gas
- Nutzung
- vermietet
Ausgangslage
- Satteldächer in gutem Zustand, vor rund zehn Jahren saniert.
- Stromverbrauch rund 99.000 kWh im Jahr, davon rund 3.000 kWh Allgemeinstrom.
- Gerechnet mit einer Teilnahme von 75 %: 18 von 24 Haushalten.
- Dachpotenzial rund 90 kWp, gerechnet mit voller Belegung.
Ergebnis
Alle drei Modelle sind mit derselben Anlage und drei Kostenszenarien gerechnet. Mieterstrom ist bei mittleren Kosten wirtschaftlich, bei ungünstigen Kosten knapp nicht. Deshalb steht die Ampel auf Gelb: Die realen Angebote entscheiden.
Drei Modelle, gleiche Anlage, drei Kostenszenarien
Einspeisung: Ampel rot
nicht wirtschaftlich
Mieterstrom: Ampel gelb
Angebote entscheiden
GGV: Ampel rot
nicht wirtschaftlich
Unsere Empfehlung
Quartier statt Einzelhaus
Mieterstrom über mehrere Gebäude ist förderfähig, wenn der Strom innerhalb des Quartiers ohne öffentliches Netz geliefert wird (§ 21 Abs. 3 EEG). Das Messkonzept legt das Energiekonzept fest.
im Energiekonzept
Reale Angebote einholen
Bei ungünstigen Kosten läge der Kapitalwert knapp unter null. Zwei bis drei Angebote klären, auf welcher Seite das Projekt liegt.
vor der Entscheidung
Anlagengröße bewusst wählen
Den höchsten Kapitalwert erreicht eine Anlage um 40 kWp, rund 40.000 €. Die volle Belegung deckt mehr Allgemeinstrom, steht für Wärmepumpe oder Ladepunkte bereit und ist später teurer nachzurüsten.
im Energiekonzept
Grundpreis vereinbaren
Ohne den Grundpreis der Teilnehmenden fiele der Kapitalwert bei mittleren Kosten auf rund −10.000 €.
im Mieterstromvertrag
Wovon wir abgeraten haben
Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung und Volleinspeisung. Beide bleiben bei mittleren Kosten im Minus, die Investition amortisiert sich in 20 Jahren nicht.
Was das für die Mieter heißt
Die 18 teilnehmenden Haushalte sparen zusammen rund 1.300 € im Jahr, etwa 70 € je Haushalt. Der Solarstrom für den Allgemeinstrom senkt die Nebenkosten aller Mieter um rund 300 € im Jahr.
Was das für vergleichbare Häuser heißt
Bei Wohnanlagen mit mehreren Häusern ist Mieterstrom über das Quartier möglich, ohne dass jedes Haus eine eigene Anlage braucht. Entscheidend sind Teilnahmequote, Grundpreis und die realen Kosten des Messkonzepts. Und die größte Anlage ist nicht automatisch die wirtschaftlichste: Der Kapitalwert erreicht sein Maximum oft deutlich unter dem Dachpotenzial. Wer die Dachfläche trotzdem voll belegt, schafft Reserve für eine spätere Wärmepumpe oder Ladepunkte und spart eine teurere Nachrüstung.
Bearbeitet von Markus Fürst, dena-gelisteter Energieeffizienz-Experte
Veröffentlicht mit Zustimmung des Eigentümers
Auszug aus einem Energy Check vom Oktober 2026. Viertelstundensimulation mit Standardlastprofilen auf Basis der Eigentümerangaben; gerechnet nach dem Regierungsentwurf zum EEG 2027 mit Inbetriebnahme 2027. Keine Förderzusage. Beträge gerundet.