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Asset Check · Augsburg · Oktober 2026

Denkmalgeschütztes Mehrfamilienhaus: Wärmepumpe zuerst, die Hülle in Etappen

Der Gaskessel ist am Ende seiner Lebensdauer, die Fassade steht unter Denkmal- und Ensembleschutz. Die Frage des Eigentümers: Lässt sich das Haus trotzdem auf eine Wärmepumpe umstellen, und in welcher Reihenfolge?

Wohneinheiten
5
Wohnfläche
ca. 400 m²
Baujahr
1919–1948
Heizung
Gas-Brennwert, 2005
Nutzung
vermietet
Eigentümer
privat

Ausgangslage

  • Denkmal- und Ensembleschutz: Das Erscheinungsbild der Fassade bleibt unverändert.
  • Gaskessel von 2005 mit einer rechnerischen Restlaufzeit von rund einem Jahr.
  • Fenster von 2005 (Restlaufzeit rund neun Jahre), Dach 1998 instand gesetzt (rund 22 Jahre).
  • Bisher keine Förderung genutzt.

Ergebnis

Die Effizienzklasse ist aus einer Wärmebilanz gerechnet. Die Wärmepumpe allein hebt das Haus von E in den Korridor B–C. Mit Fenstern, Kellerdecke und Dach in späteren Phasen erreicht es A–B, obwohl die Fassade unverändert bleibt.

E heute (159 kWh/m²a) · B–C nach Wärmepumpe (70) · A–B Zielszenario (53), Fassade unverändert

≈ 52.000 €Förderpotenzial
≈ 9.000 €davon nur durch den Sanierungsfahrplan
ca. 48 %weniger CO₂
≈ 4.000 €weniger Energiekosten im Jahr

Unsere Empfehlung

  1. Wärmepumpe jetzt, modular

    Der Kessel läuft rechnerisch noch rund ein Jahr. Die Wärmepumpe wird deshalb auf die heutige Heizlast von rund 38 kW ausgelegt und so gebaut, dass sie nach der Dämmung (rund 27 kW) angepasst werden kann.

    kurzfristig

  2. Sanierungsfahrplan vor dem ersten Antrag

    Er verdoppelt die förderfähigen Höchstkosten der Gebäudehülle und bringt hier rund 9.000 € zusätzlich. Die Abstimmung mit der Denkmalbehörde gehört dazu.

    vor der ersten Maßnahme

  3. Fenster und Kellerdecke

    Denkmalgerechte Fenster und eine gedämmte Kellerdecke, dazu ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6.

    mittelfristig, in vier bis sieben Jahren

  4. Dach zuletzt

    Das Dach hält rechnerisch noch rund 22 Jahre. Seine Dämmung folgt mit denkmalrechtlicher Erlaubnis.

    langfristig

Wovon wir abgeraten haben

Die Fassade von außen zu dämmen. Denkmal- und Ensembleschutz schließen ein Wärmedämmverbundsystem regelmäßig aus, eine Innendämmung braucht ein eigenes Feuchteschutzkonzept und kostet Wohnfläche. Der Eigentümer hat die Fassade deshalb bewusst ausgeklammert; das Ziel A–B erreicht das Haus auch ohne sie.

Was das für die Mieter heißt

Die Energiekosten sinken, die rechnerische Modernisierungsumlage ist aber höher als die Ersparnis: Die Warmmiete stiege im Schnitt je Wohnung um rund 70 € im Monat, sofern die Umlage geltend gemacht wird. Wie viel davon tatsächlich umgelegt wird, ist eine Entscheidung des Eigentümers, die früh in die Mieterkommunikation gehört.

Was das für vergleichbare Häuser heißt

Bei Baudenkmälern ist die Fassade oft tabu, die Heizung aber nicht. Dann kann die Wärmepumpe den ersten und größten Schritt machen, auch vor der Dämmung, wenn sie auf die heutige Heizlast ausgelegt und modular gebaut wird. Die übrigen Bauteile folgen ihrer Restlaufzeit, und der Sanierungsfahrplan sichert die höheren Förderhöchstkosten für die späteren Schritte.

Bearbeitet von Markus Fürst, dena-gelisteter Energieeffizienz-Experte
Veröffentlicht mit Zustimmung des Eigentümers

Dieselbe Analyse für mein Objekt

Auszug aus einem Asset Check vom Oktober 2026. Erste Einschätzung auf Basis der Eigentümerangaben ohne Vor-Ort-Aufmaß; Effizienzklassen berechnet im Kurzverfahren, kein Energieausweis. Förderstand BEG 07/2026, keine Förderzusage. Beträge gerundet.

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