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Asset Check · Landkreis Würzburg · Oktober 2026

Mehrfamilienhaus der frühen 1990er-Jahre: erst die Hülle, die Heizung darf bleiben

Kein Bauteil fällt akut aus. Die Frage des Eigentümers: Muss ich jetzt etwas tun, und wenn ja, womit fange ich an?

Wohneinheiten
6
Wohnfläche
ca. 500 m²
Baujahr
Anfang 1990er
Heizung
Gas-Brennwert, 2018
Nutzung
vermietet
Eigentümer
privat

Ausgangslage

  • Dach und Fassade seit dem Bau nie energetisch saniert, Zustand nach Einschätzung des Eigentümers gut.
  • Fenster von 2010, Gas-Brennwertkessel von 2018 mit Fußbodenheizung.
  • Kein Bauteil mit einer Restlaufzeit unter zwei Jahren, also kein Notfall.
  • Bisher keine Förderung genutzt.

Ergebnis

Die Effizienzklasse ist aus einer Wärmebilanz gerechnet, nicht geschätzt. Den größten Einzelhebel hat die Fassade, gefolgt vom Dach.

D heute (105 kWh/m²a) · C nach Fassadendämmung (80) · B nach Dach und Fassade (74), Heizung unverändert

≈ 38.000 €Förderpotenzial
≈ 16.000 €davon nur durch den Sanierungsfahrplan
ca. 30 %weniger CO₂
ca. 29 %weniger Heizkosten für die Mieter

Unsere Empfehlung

  1. Sanierungsfahrplan zuerst

    Er verdoppelt die förderfähigen Höchstkosten der Gebäudehülle. Bei diesem Haus bringt das rund 16.000 € zusätzliche Förderung, fast die Hälfte des Gesamtbetrags.

    vor der ersten Maßnahme

  2. Dach und Fassade in einem Zug

    Ein Gerüst, ein Antrag, eine Baustelle für die Mieter. Das Dach stammt aus der Zeit vor 1993 und wird vorab auf Asbest geprüft.

    bevor die Fassade ihre Restlaufzeit erreicht

  3. Photovoltaik mitplanen

    Das Dach wird ohnehin geöffnet. Größe und Betreibermodell klärt ein Energy Check.

    mit der Dachsanierung

  4. Wärmepumpe später und kleiner

    Nach der Dämmung sinkt die Heizlast von rund 30 auf rund 22 kW. Die Fußbodenheizung passt bereits.

    wenn der Kessel ausläuft

Wovon wir abgeraten haben

Den Gaskessel jetzt gegen eine Wärmepumpe zu tauschen. Er ist acht Jahre alt und läuft rechnerisch noch rund 14 Jahre. Eine Wärmepumpe nach der Dämmung wird kleiner und günstiger. Auch die Fenster von 2010 haben wir nicht ins Szenario genommen.

Was das für die Mieter heißt

Die Heizkosten sinken, die rechnerische Modernisierungsumlage ist aber höher als die Ersparnis. Die Warmmiete stiege im Schnitt je Wohnung, sofern die Umlage geltend gemacht wird. Das gehört früh in die Mieterkommunikation, nicht erst in die Ankündigung.

Was das für vergleichbare Häuser heißt

Bei Mehrfamilienhäusern aus den 1980er- und frühen 1990er-Jahren ist die Heizung oft schon einmal erneuert, die Hülle nie. Dann lohnt es sich, die übliche Reihenfolge umzudrehen: zuerst dämmen, solange der Kessel noch läuft, und die Wärmepumpe auf den kleineren Bedarf danach auslegen. Der Sanierungsfahrplan entscheidet dabei oft mehr über die Förderung als die Maßnahme selbst.

Bearbeitet von Markus Fürst, dena-gelisteter Energieeffizienz-Experte
Veröffentlicht mit Zustimmung des Eigentümers

Dieselbe Analyse für mein Objekt

Auszug aus einem Asset Check vom Oktober 2026. Erste Einschätzung auf Basis der Eigentümerangaben ohne Vor-Ort-Aufmaß; Effizienzklassen berechnet im Kurzverfahren, kein Energieausweis. Förderstand BEG 07/2026, keine Förderzusage. Beträge gerundet.

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