- Wohneinheiten
- 6
- Wohnfläche
- ca. 500 m²
- Baujahr
- Anfang 1990er
- Heizung
- Gas-Brennwert, 2018
- Nutzung
- vermietet
- Eigentümer
- privat
Ausgangslage
- Dach und Fassade seit dem Bau nie energetisch saniert, Zustand nach Einschätzung des Eigentümers gut.
- Fenster von 2010, Gas-Brennwertkessel von 2018 mit Fußbodenheizung.
- Kein Bauteil mit einer Restlaufzeit unter zwei Jahren, also kein Notfall.
- Bisher keine Förderung genutzt.
Ergebnis
Die Effizienzklasse ist aus einer Wärmebilanz gerechnet, nicht geschätzt. Den größten Einzelhebel hat die Fassade, gefolgt vom Dach.
D heute (105 kWh/m²a) · C nach Fassadendämmung (80) · B nach Dach und Fassade (74), Heizung unverändert
Unsere Empfehlung
Sanierungsfahrplan zuerst
Er verdoppelt die förderfähigen Höchstkosten der Gebäudehülle. Bei diesem Haus bringt das rund 16.000 € zusätzliche Förderung, fast die Hälfte des Gesamtbetrags.
vor der ersten Maßnahme
Dach und Fassade in einem Zug
Ein Gerüst, ein Antrag, eine Baustelle für die Mieter. Das Dach stammt aus der Zeit vor 1993 und wird vorab auf Asbest geprüft.
bevor die Fassade ihre Restlaufzeit erreicht
Photovoltaik mitplanen
Das Dach wird ohnehin geöffnet. Größe und Betreibermodell klärt ein Energy Check.
mit der Dachsanierung
Wärmepumpe später und kleiner
Nach der Dämmung sinkt die Heizlast von rund 30 auf rund 22 kW. Die Fußbodenheizung passt bereits.
wenn der Kessel ausläuft
Wovon wir abgeraten haben
Den Gaskessel jetzt gegen eine Wärmepumpe zu tauschen. Er ist acht Jahre alt und läuft rechnerisch noch rund 14 Jahre. Eine Wärmepumpe nach der Dämmung wird kleiner und günstiger. Auch die Fenster von 2010 haben wir nicht ins Szenario genommen.
Was das für die Mieter heißt
Die Heizkosten sinken, die rechnerische Modernisierungsumlage ist aber höher als die Ersparnis. Die Warmmiete stiege im Schnitt je Wohnung, sofern die Umlage geltend gemacht wird. Das gehört früh in die Mieterkommunikation, nicht erst in die Ankündigung.
Was das für vergleichbare Häuser heißt
Bei Mehrfamilienhäusern aus den 1980er- und frühen 1990er-Jahren ist die Heizung oft schon einmal erneuert, die Hülle nie. Dann lohnt es sich, die übliche Reihenfolge umzudrehen: zuerst dämmen, solange der Kessel noch läuft, und die Wärmepumpe auf den kleineren Bedarf danach auslegen. Der Sanierungsfahrplan entscheidet dabei oft mehr über die Förderung als die Maßnahme selbst.
Bearbeitet von Markus Fürst, dena-gelisteter Energieeffizienz-Experte
Veröffentlicht mit Zustimmung des Eigentümers
Auszug aus einem Asset Check vom Oktober 2026. Erste Einschätzung auf Basis der Eigentümerangaben ohne Vor-Ort-Aufmaß; Effizienzklassen berechnet im Kurzverfahren, kein Energieausweis. Förderstand BEG 07/2026, keine Förderzusage. Beträge gerundet.